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Suchtmittelgesetz

Beratung

                Psychotherapie

                                Betreuung

                                                Projekte

                                                                Gruppen

Psychotherapie und Beratung und Betreuung erfolgen auf Basis der Anonymität. Die anfallenden Kosten werden von den subventionierenden Stellen (Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen sowie Sozialhilfeverband der BH Leoben) getragen. 

 

 

Beratung

  • Beratung bei Abhängigkeitserkrankungen
  • Beratung der Angehörigen von suchtgefährdeten und suchtkranken Personen
  • Informationen über legale und illegale Suchtmittel
  • Informationen über substanzgebundene und –ungebundene Abhängigkeiten (z. B.: Spielsucht, Internetsucht,...)
  • Psychosoziale Beratung im Auftrag des Gerichts/ Bezirkshauptmannschaft (§§ 11 und 39 SMG)
  • Ärztliche Beratung
  • Rechtsberatung

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Psychotherapie

  • Psychotherapie bei Abhängigkeitserkrankungen
  • Psychotherapie für Familien mit suchgefährdeten oder suchtkranken Angehörigen
  • Psychotherapie im Rahmen gesundheitsbezogener Maßnahmen (§ 11 SMG)
  • Psychotherapie im Rahmen des Aufschubs des Strafvollzuges ("Therapie statt Strafe" § 39 SMG)

 

Was ist Psychotherapie?

Als Begründer der Psychotherapie gilt der Österreicher Sigmund Freud. Seither haben sich weltweit verschiedene psychotherapeutische Schulen und Methoden entwickelt. Mit dem Psychotherapiegesetz ist die Psychotherapie seit 1991 als eigenständiges Heilverfahren anerkannt. Das Gesetz umschreibt die Psychotherapie als geplante Behandlung von psychosozial oder psychosomatisch bedingten Leidenszuständen. Psychotherapie geht über die Behandlung von krankheitswertigen Störungen hinaus. Eine wesentliche Rolle spielt sie auch bei der Bewältigung von Lebenskrisen und Beziehungsproblemen sowie im Rahmen der Persönlichkeitsentfaltung, der Pädagogik und Erwachsenenbildung.

PsychotherapeutInnen sind Personen aus unterschiedlichen Quellenberufen (Psychologie, Medizin,...), die bestimmte anerkannte psychotherapeutische Ausbildungen in der Dauer von mindestens 6 Jahren absolviert haben. Um die Berufsbezeichnung PsychotherapeutIn führen zu dürfen, muss die Anerkennung beim Bundesministerium für Gesundheit beantragt werden.

 

Einige psychotherapeutische Schulen:

 

Integrative Gestalttherapie

Der Begriff Gestalt kommt aus der Gestaltpsychologie, die untersucht, wie Wahrnehmungen organisiert werden. Sie betrachtet nicht einzelne Empfindungen, sondern Ganzheiten und Ordnungen. Diese Ganzheiten werden als Gestalten bezeichnet, die in Figur und Hintergrund unterschieden werden. 

Von praktischer Bedeutung ist die Annahme, dass der Einzelne nicht passiv wahrnimmt, sondern sich aussucht, was er wahrnehmen möchte. Diese Selektion hängt mit dem augenblicklichen körperlichen und seelischen Gesamtzustand zusammen. Sogenannte unerledigte Geschäfte (offene Gestalten) selektieren unsere Wahrnehmung.

Im Vordergrund der klassischen Gestalttherapie stehen das "Hier und Jetzt" und der Begriff des "Kontakts". Zentral in der therapeutischen Situation sind das unmittelbare Erleben von Gefühlen und Erfahrungen und das Handeln. Anstatt nur über seine Probleme, Sehnsüchte, Visionen etc. zu sprechen, inszeniert sich die KlientIn auf der gestalttherapeutischen Bühne.

Die integrative Gestalttherapie integriert neben anderen Elementen auch Elemente der Psychoanalyse und Methoden der Körpertherapie. Der Einsatz von  kreativen Medien (Malen, Formen mit Ton, Klangproduktion) sowie Körperarbeit charakterisiert diesen Ansatz.

In der Psychotherapie von suchtgefährdeten bzw. suchtkranken KlientInnen eignet sich dieser Ansatz u. a. wegen seiner Möglichkeit, die ausschließliche Fixierung auf das Suchtmittel zu lösen, und zu dahinterliegenden Erlebnisinhalten Kontakt zu bekommen, die den Weg in Richtung Bewältigung der Sucht weisen.

 

Systemische Familientherapie – Systemische Therapie

Neben des immer komplexer werdenden Feldes der Systemischen Therapie liegen die Schwerpunkte auf folgenden Ansätzen:

  • Lösungsorientierter Ansatz (Steve de Shazer, Insoo Kim Berg)

  • Narrativer Therapieansatz von Michael White und David Epston

  • Hypnotherapeutischer Ansatz von Milton Erikson.

Die Gemeinsamkeit der Ansätze besteht in

  • der Orientierung auf die Entwicklung von Kooperation zwischen TherapeutIn und KlientInnen,

  • der therapeutischen Nutzung der Lebenserfahrung der KlientInnen, die außerhalb der „problemgesättigten“ Geschichten stehen,

  • der schrittweisen Erarbeitung von alternativen „Lösungsgeschichten“

  • in ihrer Verbindung mit dem Gedankengut des „sozialen Konstruktivismus“.

Die Haltung der TherapeutIn gegenüber den KlientInnen beschreibt Insoo Kim Berg in ihren „Vorannahmen“, wie folgt:

„Die Landkarte ist nicht die Landschaft. TherapeutInnen haben weder die Macht noch das Wissen, um KlienntInnen zu ändern. Kein Ansatz passt für alle. Es gibt weder die wahre Ursache noch die wahre Wirkung. Es gibt mehr als eine mögliche Lösung. Lösung und Problem sind nicht notwendigerweise miteinander verbunden. Der einfachste und am wenigsten einschneidende Ansatz ist oft die beste Medizin. Das Einfache ist nicht das Leichte. Menschen können in kurzer Zeit Besserung erreichen und schaffen es auch. Änderung geschieht ständig. Fokussiere auf Stärken und Ressourcen statt auf Schwächen und Defizite. Fokussiere auf die Zukunft statt auf die Vergangenheit.“

In weiterer Folge fließen neben der Methodik der systemischen Therapie auch Ansätze der „Kognitiven Therapie bei Sucht“ (Beck/Bright/Newman/Liese) ein, um das System von suchtspezifischen Grundannahmen der KlientInnen zu modifizieren.

 

Transaktionsanalyse 

Die Transaktionsanalyse (kurz TA) ist eine Methode der humanistischen Psychologie, die hilft und dazu anregt, sich mit dem eigenen Verhalten und den damit verbundenen Gedanken, Erfahrungen und Gefühlen auseinander zu setzen,

Grundüberzeugungen in der TA sind:

  • Die Menschen sind in Ordnung

  • Jeder hat die Fähigkeit zum Denken

  • Der Mensch entscheidet über sein eigenes Schicksal und kann seine Entscheidungen auch ändern

Die TA geht davon aus, dass jeder Mensch sehr unterschiedliche Persönlichkeitsanteile besitzt. Wenn man sich so verhält, denkt oder fühlt wie man es als Kind getan hat, befindet man sich im Kind-Ich-Zustand. Entsprechend dazu gibt es einen Erwachsen-Ich-Zustand und einen Eltern-Ich-Zustand. Jeder dieser Ich-Zustände hat charakteristische Eigenschaften und kann daher genau bestimmt werden.

Die Kommunikation (Transaktionen), die wir aus unseren drei Ich-Zuständen heraus führen, kann auf diese Weise sehr wirksam aufgegliedert und untersucht werden.

Ein zentrales Bedürfnis des Menschen, ist das Bedürfnis nach Anerkennung bzw. Zuwendung. Jeder Mensch lernt in seiner Kindheit auf unterschiedliche Weise diesen Hunger nach Zuwendung zu stillen. Daraus entwickelt sich ein unbewusster Lebensplan (Skript), der uns oft Probleme bereitet.

Die TA ermutigt über die Analyse von psychologischen Spielen diese Methoden zu prüfen und bei Bedarf durch Verhaltensalternativen zu verändern.

Ziel der TA in diesem Zusammenhang ist es,  

  • zu erkennen, warum ich so bin, wie ich bin,

  • mich daraufhin bewusster mir selbst und anderen gegenüber zu verhalten,

  • autonomer zu werden, d.h. freier von inneren und äußeren Zwängen.

 

Verhaltenstherapie

Das Ziel jeder verhaltenstherapeutischen Intervention liegt in der Verbesserung und Stabilisierung  der Autonomie des Individuums, die infolge psychischer Krisen und Belastungen Einschränkungen erfahren hat oder sich nicht ausreichend entwickeln konnte. Autonomie bedeutet eine befriedigende Gestaltung sozialer Beziehungen, nämlich eine Balance zu finden zwischen dem Bestreben nach Unabhängigkeit und dem Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz.

Kognitive Therapieansätze als relevante Bestandteile der Therapie fördern und fordern die Selbstreflexion der KlientInnen; Gefühle und Gedanken, vergangene und aktuelle Ereignisse sind ebenso Inhalt wie offenes, beobachtbares Verhalten. Eine tragfähige TherapeutInnen - KlientInnen - Beziehung gilt als Voraussetzung für jegliches therapeutische Geschehen und ist gegebenenfalls auch dessen Fokus.

Eine zentrale Grundannahme der Verhaltenstherapie ist es, dass die Einsicht allein nicht genügt, um dauerhafte Veränderungen zu erreichen und dass ein Überprüfen und Erproben neu erworbener Kognitionen oder Fertigkeiten in der Realität notwendig ist. 

Im Rahmen einer Verhaltensanalyse werden die Rahmenbedingungen für die Entstehung und die Aufrechterhaltung des Suchtverhaltens erarbeitet. Meist handelt es sich dabei um komplexe Prozesse, die kognitive, emotionale, physiologisch-somatische und verhaltenspsychologische Aspekte mit einbeziehen; ebenso spielen das Alter und soziale Bedingungen, wie die Verfügbarkeit einer Droge, eine bedeutende Rolle. Auch kommen die Beurteilung des Drogenmissbrauches in der sozialen Bezugsgruppe, die sich aus einem Missbrauch ergebenden sozialen Konsequenzen sowie kulturelle Aspekte als relevante Rahmenbedingungen in Frage.

Darauf basierend fördern kognitive Verfahren 

  • die Veränderung "alter", drogenbezogener Überzeugungen, 

  • die Erarbeitung und Bekräftigung positiver Konsequenzen und Erwartungen an die Therapie, 

  • das kognitive Neubenennen, 

  • die Erarbeitung eines positiven Selbstkonzeptes und 

  • die Rückfallsprävention (u. a. Identifikation und Vermeidung kritischer Situationen; Erarbeitung kognitiver Voraussetzungen zur Bewältigung kritischer Situationen; Erarbeitung von neuen Strategien nach möglichen Rückfällen)

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Betreuung

  • Psychosoziale Betreuung und Begleitung bei Abhängigkeitserkrankungen
  • Unterstützung bei der Organisation von Aufenthalten in Kurz – oder Langzeittherapieeinrichtungen
  • Nachbetreuung nach Aufenthalten in Kurz – oder Langzeittherapieeinrichtungen
  • Unterstützung bei der Vorbereitung zur Substitutionsbehandlung
  • Betreuung während der Substitutionsbehandlung
  • Betreuung von suchtgefährdeten und suchtkranken Personen während des Strafvollzugs
  • Betreuung von suchtgefährdeten und suchtkranken Personen während stationärer Aufenthalte

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Projekte

  • Koordination suchtpräventiver Maßnahmen

 

  • Angebot für Menschen in Substitution

    Auf Grundlage eines Bio-Psycho-Sozialen Modells bieten wir für Menschen die sich in Substitution befinden oder diese beginnen wollen eine erweiterte Betreuung an. Dabei wird der Mensch in seiner Gesamtheit gesehen und betreut.

    Körper

     Beratung zur Vermeidung von somatischen Erkrankungen als Folgeschäden von Suchtmittelgebrauch im Sinne primärer Prävention (z.B. „safer use“ etc.)

     Beratung hinsichtlich Behandlungsmöglichkeiten somatischer Erkrankungen als Teil einer Suchterkrankung im Sinne sekundärer und tertiärer Prävention.

     Kooperation mit niedergelassenen ÄrztInnen, Krankenhäusern und Apotheken.

     

    Seele und Geist

    Kooperation mit Beratungseinrichtungen, PsychotherapeutInnen, klinischen und GesundheitspsychologInnen, PädagogInnen, SuchtberaterInnen, SozialarbeiterInnen, niedergelassenen FachärztInnen für Psychiatrie und psychiatrischen Abteilungen.

     Diagnostik, Beratung und Therapie-empfehlung bezüglich psychischer Grundproblematik bzw. psychischer Entwicklungen im Rahmen des Suchtprozesses.

     Krisenmanagement/Prozessbegleitung.

     

    Lebenswelt

     Kooperation mit Ämtern und Behörden (wie z.B. AMS, Jugendamt, Gericht, Sozialamt, Beihilfenstellen, Kranken-versicherungen, Schuldnerberatungs-stellen,...)

     Die soziale Integration unterstützen, um eine Verbesserung des allgemein persönlichen, sozialen und familiären Funktionsniveaus zu erhalten.

     Defizite erkennen und Ressourcen nutzen.

     

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  • Bereits realisierte Projekte

Suchtpräventionsprojekt für die Lehrlinge der Voest-Alpine Donawitz

Im Auftrag der Voest-Alpine Donawitz wurde eine Seminarreihe für die Lehrlinge des Betriebes entwickelt. Die Jugendlichen erhielten die Möglichkeit, an einer Peerausbildung mit Zielrichtung Suchtprävention teilzunehmen. In drei Blockseminaren und an einem Reflexionstag setzten sich die TeilnehmerInnen mit sich selbst, der eigenen Suchtgefährdung, Suchtmechanismen und dem eigenen Suchtverhalten theoretisch und praktisch auseinander. Gemeinsam mit den zwei Lehrlingsbetreuern der Voest-Alpine Donawitz und den zwei OutdoortrainerInnen absolvierten 13 Jugendliche diese Ausbildung, die in einer Selbstversorgerhütte in der Obersteiermark stattfand.

 

 

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Gruppen

 

Anonyme Alkoholiker

Die Gruppe der Anonymen Alkoholiker betreibt in den Räumlichkeiten des BIZ - Obersteiermark völlig eigenständig eine erfolgreiche und gut besuchte Selbsthilfegruppe. Die Gruppentreffen finden jeweils Freitags von 18:30 bis 20:00 statt. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Sie können sich in der Zeit von 18:00 bis 21:00 Uhr auch an die Telefonkontakstelle der Anonymen Alkoholiker wenden:
Tel: 0316 / 57 47 40

 

 

 

 

 

abgeschlossene Gruppen

„An der Grenze des Bewältigbaren“

Informationsabende für Angehörige von Abhängigkeitserkrankten

Sucht betrifft nicht nur Abhängige selbst, sie zieht auch deren soziales Umfeld immer mehr in Mitleidenschaft. Besonders Familienangehörige wie Eltern oder Partner werden zunehmend in den Suchtprozess verstrickt und von Gefühlen wie Machtlosigkeit, Angst, Hilflosigkeit und Schuldgefühlen bestimmt. Es wird immer schwieriger zu erkennen welche Art von Hilfe möglich und sinnvoll ist.

Im scheinbar ewigen Auf und Ab von Hoffnung auf Veränderung und enttäuschten Versprechungen gefangen, macht sich immer mehr Verwirrung und Verzweiflung breit. Die eigenen Bedürfnisse werden immer weniger wahrgenommen und bleiben zunehmend auf der Strecke. Die die helfen wollen, werden selbst zunehmend hilfloser, kraftloser und verwirrter und brennen immer mehr aus (burn out). Deshalb ist es uns wichtig, dass auch Angehörige Zugang zu Hilfsangeboten bekommen und mit ihrem oft enormen Leidensdruck nicht alleine gelassen werden.

Die Ziele dieses Angebotes waren Informationsvermittlung durch die BeraterInnen, aber vor allem auch die gegenseitige Stützung und der Austausch durch die Angehörigen selbst.

 

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Stand: 15.9.2010